Gewalttat gegen Polizisten macht betroffen

Gewerkschaft der Polizei (GdP): Gewalt ist Begleiter im Streifendienst

 

Preetz/Kiel Mit Betroffenheit hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf die gewaltsamen Angriffe auf zwei Polizeibeamte in Preetz und Kiel vom vergangenen Wochenende reagiert. Vor allem das Ausmaß der Gewalt und die Verletzungen des Preetzer Polizisten (der OHA berichtete) hätten für Entsetzen gesorgt. „Diese Tat hat einmal mehr die unberechenbaren Gefahren des Polizeiberufes und die Gewaltbereitschaft gegen unsere Kolleginnen und Kollegen im Streifen- und Einsatzdient vor Augen geführt“, kommentieren GdP-Landesvorstandsmitglied Thomas Gründemann und der Vorsitzende der Regionalgruppe Kiel-Plön Sven Neumann die Gewalttat, bei der am Wochenende ein 49-jähriger Polizist von einem renitenten 16-Jährigen im Gesicht schwer verletzt worden sei und nach einer Operation offenbar mehrere Tage im Krankenhaus verbringen müsse.

„Wir hoffen für unseren schwer verletzten  Kollegen, dass es  ihm bald wieder besser geht“, so Sven Neumann.  Und bei der Schlichtung eines Nachbarschaftsstreits in Kiel, in dessen Verlauf ein Polizist leicht verletzt worden ist, habe nur der Einsatz eines Diensthundes Schlimmeres verhindert, so der GdP-Vertreter. Das Einschreiten der Ordnungshüter sei immer wieder gekennzeichnet von Gewaltattacken. „Die Gewalt ist ständiger  Begleiter der ganz normalen Tagesarbeit der Polizei geworden“, berichtet Gründemann besorgt. Wie in diesen beiden Fällen ereigneten sich derartige Attacken überwiegend im alltäglichen Streifen- und Einsatzdienst wie Präsenzstreifen, Personalienüberprüfungen, Familienstreitigkeiten, aber auch bei Festnahmen und Durchsuchungen“, erklärt Gründemann. Die Hemmschwelle sinke weiterhin, die Gewalt gegen Polizeibeamte weist eine erschreckende Zunahme auf. So seien im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein 1.268 Fälle von Widerstandshandlungen und Gewaltdelikte mit 2.443 betroffenen Beamtinnen und Beamte registriert worden. Das bedeutet nach Angaben Gründemanns eine Zunahme von 17,7 Prozent. Folglich  gebe es in Schleswig-Holstein durchschnittlich jeden Tag mehr als drei Übergriffe.  Dabei wurden 441 Polizistinnen und Polizisten verletzt, eine Steigerung um 10 Prozent. Aufgrund von Verletzungen wegen tätlicher Angriffe seien im vergangenen Jahr insgesamt 517 Fehltage registriert  (Steigerung zum Vorjahr um 42,1 %) worden. 

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